zu meinen Arbeiten ...

 

 

EINBLICKE II

 

In der Arbeitsserie „ Spurensicherung-Baum“ arbeite ich mit abgeschlagenen Bäumen.

- Ich nutze eine spezielle Technik des Papierabgusses um abgeschlagene Teile von Bäumen abzuformen. In der Rauminstallation für das RAVELIN ( 9/2014) bleibt der „Originalbaum“ als Kernstück der Plastik erhalten. Er ist mit einer Papierhaut überzogen, die abgeschlagenen Äste werden von anderen Abformungen anderer Äste weitergeführt. Dadurch entsteht eine ganz neue Baumform. Die Papierhülle um den Baum, wie auch die Abformungen bleiben teilweise offen, Innen und Außen können sich durchdringen. Eine Nahtstelle zieht sich über bestimmte Teile der Plastik und gewährt einen Einblick auf den Originalbaum. An dieser Stelle wird die Papierhülle als solche erkennbar. Anstatt kompakter, geschlossener Formen täuschen meine Baumabformungen Volumen und Schwere nur vor, entlarven sich selbst als lediglich formumschließende "Hüllen", die den umgebenden Baum als Negativ-Form sichtbar machen. Ähnlich wie bei einem Mehrschalensystem, das den Raum mit integrieren soll, schaffe ich nur die Hülle, in der man sich den Körper bzw. das Objekt vorstellen kann. Das reale Objekt wird mit einer Illusion verknüpft.  Der Baum wirkt fremd, seine Verzweigung in den Raum unwirklich, er lässt sich nicht in das vorhandene Baumschema einordnen.

Seine  liegende Präsentation quer zum Raum wirkt wie eine Sperre und gibt dem Betrachter bestimmte Wege durch den Raum vor.

 

Einladungstext zu Künstlerbahnhof Ebernburg (2016)

Ute Krautkremer setzt sich mit Spuren und Strukturen aus ihrer unmittelbaren Umgebung auseinander. In ihren Arbeiten verarbeitet sie Fundstücke, die Verfall und Auflösung beinhalten, Zufälliges, Vergessenes, ausgediente Dinge, aber auch abgestorbene Naturformen. Eine spezielle Technik der Papierabformung ermöglicht ihr die der Konservierung dieser Spuren. Die Papierabformungen werden als Negativformen in Kontrast zu strengen geometrischen Formen und Flächen gesetzt. Durch die Umkehrung der Formen und dabei entstehende Hohlräume erschließen sich dem Betrachter neue Sichtweisen. 

Ute Krautkremers Absicht ist, die Dinge außerhalb ihrer gewohnten Erfahrung sichtbar zu machen und eine vom Gefühl ausgelöste assoziative Betrachtung zu ermöglichen.